Red Hand Day – Zum Tag der Kindersoldaten

Kalenderblatt: Am 12. Februar ist Red Hand Day. An diesem Tag wird seit über 10 Jahren auf das Schicksal von Kindern im Krieg hingewiesen. Insbesondere gilt der Tag dem Protest gegen den Missbrauch von Kindern als Kindersoldaten. Kinder sind leicht zu beeindrucken, deshalb leicht anzuwerben oder unter Druck zu setzen. Die vielen leichten Waffen in den Krisenländern, die häufig aus europäischem oder deutschem Waffenhandel stammen, erleichtern den Einsatz auch kleinerer Kinder. Dass in einem solchen Krieg Kinder ganz besonders gefährdet sind, ist einer der Gründe, warum viele Kinder auch unbegleitet auf der Flucht sind.

Schon 2014 berichtete die Presse darüber, wie von den syrischen Kriegsparteien – nicht nur den Islamisten – Kinder ausgebeutet werden (taz: http://www.taz.de/!5039401/). Fred Abrahams (Human Rights Watch): “Die Situation im Irak, in Syrien und Libyen trägt dazu bei, dass es dort immer mehr Kindersoldaten gibt. Ich gehe davon aus, dass man derzeit in dieser Region die meisten von ihnen überhaupt weltweit hat. Besonders in Syrien, und zwar auf allen Seiten der Opposition gegen die Regierung. Sowohl der IS, als auch die Al-Nusra-Front und, in etwas kleinerem Ausmaß, die Freie Syrische Armee haben Kindersoldaten in ihren Reihen”.

Quelle: http://info.arte.tv/de/kindersoldaten-wir-sind-gescheitert#sthash.SC27wzbh.dpuf
Reportage aus 2015: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/syrien-ein-schwarzes-loch-102.html

Jährlich zum Red Hand Day werden in vielen Ländern hunderttausende rote Handabdrücke gesammelt und an Politiker und andere Verantwortliche übergeben, um auf diese Zustände aufmerksam zu machen. Trotzdem gibt es noch immer eine Viertelmillion Kinder als Teilnehmer kriegerischer Auseinandersetzungen weltweit.

Mehr: http://www.redhandday.org/index.php?id=4&L=2

Kosovo, 20.10.1998 Shote (14)
Shote trägt die Kleidung jedes modernen 14-jährigen Mädchen: schwarze Kampfhose, Boots, Lederjacke, Baseballkappe. Was auffällt, ist jedoch eine Kalaschnikov. Diese trägt sie locker mit dem gelben Holzschaft über den Schultern. Shote ist eine Kämpferin in der UCK (Befreiungsarmee des Kosovo).
Auf die Frage wie sie zur Armee gekommen ist, antwortet sie: Wenn du deine Heimatstadt brennend im Krieg siehst, mußt du mit deinen Brüdern in den Kampf ziehen.
Shote gibt an, dass sie an allen großen Kämpfen in der Drenica Region teilgenommen hat. Ja, sie hat getötet, das ist normal, wir sind im Krieg. Ich fürchte mich nicht. Wie sind auf den Kampf vorbereitet. Wir kochen hier nicht, wir kämpfen mit unseren Freunden.
Uganda, Susan (16) und David (12)
Ein Junge versuchte, vor den Rebellen zu fliehen, er wurde gefangen. Wir mußten ihn mit einem Stock töten. Mir war schlecht. Ich kannte den Jungen von früher. Wir waren aus dem gleichem Dorf. Ich weigerte mich, ihn zu töten, und sie sagten, dann würden sie mich töten. Sie zeigten mit dem Gewehr auf mich, und so mußte ich es tun.
Der Junge fragte: “Warum tust du das?” Ich sagte, ich habe keine Wahl. Als wir ihn getötet hatten, mußten wir uns sein Blut auf die Arme schmieren. Sie sagten, das müßten wir tun, dann hätten wir keine Angst vor dem Tod mehr, und so würden wir nicht mehr versuchen zu fliehen. Ich träume noch von dem Jungen aus meinem Dorf, den ich getötet habe. Ich sehe ihn in meinen Träumen, und er spricht zu mir und sagt, ich hätte ihn für nichts und wieder nichts getötet, und dann weine ich.

Geschichten, Quelle: http://home.arcor.de/fraxinusrivus/kinder.html#geschichten

Diese Roten Hände stammen einer Aktion in Karlsruhe 2008. Es sind die Hände von Saad Aquidi mit seinen Kindern Aischa und Abdurahman aus dem Irak. “Solidarität mit allen Kindern der Welt, die ausgegrenzt werden.”
Rote Hände

Karlsruhe, 12.02.2016

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