Posts Tagged ‘Brief’

Notizen zur Lage: Kettenverträge für Vertretungslehrer

Friday, July 1st, 2016

Aller Jahre wieder zu den Sommerferien wiederholt sich das Spiel: An unseren Schulen werden Lehrer mit Zeitverträgen, die für Vertretungen angestellt wurden, in die Arbeitslosigkeit geschickt und zum Schuljahresbeginn mit neuen Verträgen wieder verpflichtet. Jedes Jahr protestieren Betroffene, Oppostionsparteien und Verbände, die Zeitungen berichten. Baden-Württemberg übt diese Praxis besonders hartnäckig. Die grüne Basis ist aktiv geworden. Eine Legislatur lang hat sich nichts bewegt. Das Geld fehlt. Die Roten blockieren. Liegt es am Wetter? Nur, weil die Wirtschaft es tut, ist es auch für den öffenztlichen Arbeitgeber in Ordnung? Ich habe noch einmal einen Brief geschrieben. (more…)

Armut mit dem Meterstab messen?

Sunday, January 6th, 2013

“Dem Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands ist zu entnehmen, dass jeder siebte Deutsche armutsgefährdet ist, und dies wird belegt mit dem Verweis auf die statistisch nicht anzuzweifelnde Tatsache, dass 15 Prozent der Bundesbürger über weniger als 50 Prozent des mittleren nationalen Einkommens verfügen können.”

Ein Leserbrief in der Lokalzeitung setzt sich mit dieser Aussage auseinander und bemängelt die Begründung, die ein untaugliches Werkzeug darstelle und aus der man die Behauptung nicht ableiten könne. Nun hat der Verband sicher mehr auf Lager als diese dürren Zahlen – siehe z.B. die Pressemitteilung vom 20.12.2012 und der dortige Link zum Armutsbericht. Doch was bedeutet Armut in einem reichen Land wie unserem eigentlich? Mein Antwortbrief (ohne Zahlen): (more…)

Sehr geehrter Herr Brüderle,

Tuesday, May 1st, 2012

“Wer alles haben will, sagt den anderen, sie sollen zufrieden sein”, sagt man in Uganda. Sie spielen das Spiel derer, die alles haben wollen. Ich lasse mich aber nicht gerne von Ihnen für dumm verkaufen.

Da lassen Sie für viel Geld, das der Steuerzahler der FDP-Bundestagsfraktion zur Verfügung stellt, einen Flyer drucken, der Parteiwerbung für die FDP macht. Den schicken Sie uns Bürgern zusammen mit einem regierungsoffiziell aussehenden Brief, (more…)

Sehr geehrte Gilde der Atomkernspalter,

Sunday, November 13th, 2011

seit einiger Zeit wird in der Umgebung von Karlsruhe über die Tätigkeiten des Instituts für “Transurane” diskutiert. Unter anderem ging es um die Forschungen zur “Transmutation”, zu der sich die BürgerInnen Gedanken machen. Am 7.11. brachte die Tageszeitung einen Leserbrief dazu mit der Überschrift “Kein Grund zur Aufregung”. 

Zum Lesen Anklicken:Brief BNN klein
Ich finde, dass wir sehr wohl Grund haben, uns ernste Gedanken zu machen. Wir sollten uns nicht von Ihnen und Ihrer Propaganda einlullen lassen und etwas anderes ist dieser Brief nicht. Hier ist meine Antwort, die am 11.11. abgedruckt wurde. (more…)

Sehr geehrter Herr Ackermann,

Saturday, October 15th, 2011

ich möchte keinen Müll-Einwurf von Ihnen mehr im Briefkasten finden.

An: Deutsche Bank AG
Investment- und FinanzCenter Karlsruhe

Betreff: Beiliegende Werbung der Deutschen Bank

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern fand ich in meinem Briefkasten eine Sendung “An alle BewohnerInnen dieses Hauses, die derzeit einen Wunsch offen haben”. Gewöhnlich landen solche Briefe ungeöffnet im Papierkorb. Dieses Mal habe ich ihn geöffnet und war doch ziemlich erstaunt, dass die Deutsche Bank jetzt den selben Weg der Werbung nimmt wie das Bayerische Münzkontor oder ein Anbieter von Kaffeefahrten mit supergünstigen Kaufangeboten. Ist das Ihr Weg, die gewünschte Rendite für Herrn Ackermann und seine AktionärInnen zu erwirtschaften?

In den letzten Jahren hat bekanntlich die Bankwirtschaft einen beträchtlichen Schaden an ihrem Image genommen, nicht zuletzt aufgrund der demonstrativen Ignoranz ihrer Spitzenvertreter gegenüber ihrer eigenen Verantwortung in der andauernden Krise. Seien Sie versichert, dass meine Frau und ich schon lange versuchen, nur noch mit genossenschaftlich verfassten Banken zu arbeiten. Wir haben keine Absicht, mit unseren Kreditzinsen das Gehalt Ihres obersten Bosses mitzufinanzieren. Eine Geldanlage, mit der Kriegswaffenhandel, Landminen, Spekulation mit Lebensmitteln, Landraub in den Ländern des Südens oder Atomkraftwerke weltweit finanziert werden, kommt für uns ebenfalls nicht in Frage. Dies sind nur einige wenige Beispiele für die Verkommenheit eines Finanzsystems, dem man sich leider nicht vollständig entziehen kann. Übrigens hilft hier auch nicht, alle Verantwortung für die Verhältnisse auf die Politik abzuschieben, wie es Herr Ackermann eben wieder vorgemacht hat.

Ich reiche Ihnen deshalb Ihre Werbung zurück und bitte um sachgerechte Entsorgung, wobei ich auch auf den vielen sinnlosen Papiermüll verweise, den Sie mit solchen Briefkastenwurfaktionen erzeugen. Ich werde künftig eine Notiz am Briefkasten haben, dass ich auf solche Angebote der Wunscherfüllung verzichte.

Mit bestem Dank fürs Lesen und freundlichen Grüßen