Posts Tagged ‘Kapitalismus’

Neues von der Leitkultur: Einmal in der Woche passiert etwas Krasses

Sunday, May 7th, 2017

“Was braucht des Deutschen Herz?”

Seit der Zeit der Paulskirche lautet die Antwort der Demokraten: Wir brauchen eine Verfassung, die die Vielfalt unseres Landes spiegelt: Die Vielfalt unserer Spraxche, unserer Charaktere, unserer Regionen. Eine Verfassung, die sich bekennt zu Offenheit und Respekt gegenüber unseren Nachbarn. Eine Verfassung, wie wir sie seit 1949 haben, auf der man eine freiheitliche, friedliche Republik gründen kann. Den Basistext einer Leitkultur gewissermassen, der nicht zu einem starren Regelwerk führt, sondern zu einem offenen kommunikativen Prozess, in dem man sich immer wieder neu zusammenfinden kann. (more…)

Fidel Castro und die schmutzigen Hände

Tuesday, November 29th, 2016

Notizen zum Tod eines Helden und Diktators

Nach dem Tod von Fidel Castro zeigen sich viele Kommentatoren befriedigt, dass ein weiterer blutiger Diktator aus der Welt sei. Wer in Castro auch den linken Revolutionär sieht, der sein Land vorwärts bringen wollte, wird von diesen Leuten als Sozialromantiker beschimpft, der im bequemen Sessel von der Revolution träumt. Ein wenig komplizierter ist die Gesachichte allerdings schon. (more…)

Notizen zur Lage: Vor dem depressiven Zusammenbruch?

Sunday, September 11th, 2016

Was haben der Putsch in Chile am 11. September 1973 und das Erstarken der Rechtsradikalen in Deutschland miteinander zu tun?

Facebook erinnert einen manchmal an alte Posts, die sich als verblüffend aktuell erweisen. 2013 habe ich einen Link gepostet zu einem Artikel anlässlich des Jahrestags des Putsches in Chile. Am 11. September 1973 wurde die demokratisch gewählte Regierung Salvador Allendes vom Militär gestürzt. Von vornherein war klar, dass die US-Regierung und die CIA die Putschisten unterstützt hatten. Gleichwohl galt es im Westen als krasser Antiamerikanismus, zu behaupten, dass offensichtlich US-Interessen die Vorgänge steuerten. Kaum beachtet wurde hier, dass kurz nach der Machtergreifung Pinochets aus den USA die Chicago Boys kamen und begannen, die chilenische Wirtschaft nach neoliberalen Vorstellungen radikal umzubauen. (more…)

Notizen zur Lage: Die Angstmacher kommen

Saturday, July 2nd, 2016

Angst machen, genau das soll es: Udo Ulfkottes Umvolkungstheorie macht sich breit, inzwischen auch in den Leserbriefspalten der Tageszeitung. Da wird ein kleiner Auszug aus einem offiziellen Dokument genommen, damit es seriös aussieht, aber nicht erklärt, was darin gezeigt wird. Und dann geht das Geraune los. Eine wilde Verschwörungstheorie wird verbreitet. Modell Höcke und rK-Theorie: Der Neofaschismus gibt sich ein wissenschaftliches Mäntelchen.

In letzter Zeit wird auch in Karlsruhe und speziell in den BNN die Frage diskutiert, welche Konsequenzen eine verstärkte Zuwanderung für die “deutsche Kultur” haben wird. (more…)

Notizen zur Lage: Kettenverträge für Vertretungslehrer

Friday, July 1st, 2016

Aller Jahre wieder zu den Sommerferien wiederholt sich das Spiel: An unseren Schulen werden Lehrer mit Zeitverträgen, die für Vertretungen angestellt wurden, in die Arbeitslosigkeit geschickt und zum Schuljahresbeginn mit neuen Verträgen wieder verpflichtet. Jedes Jahr protestieren Betroffene, Oppostionsparteien und Verbände, die Zeitungen berichten. Baden-Württemberg übt diese Praxis besonders hartnäckig. Die grüne Basis ist aktiv geworden. Eine Legislatur lang hat sich nichts bewegt. Das Geld fehlt. Die Roten blockieren. Liegt es am Wetter? Nur, weil die Wirtschaft es tut, ist es auch für den öffenztlichen Arbeitgeber in Ordnung? Ich habe noch einmal einen Brief geschrieben. (more…)

Notizen zur Lage: Rassismus und Neoliberalismus

Tuesday, April 5th, 2016

Ein Rassist ist ein Rassist ist ein Rassist. Oder wird er dazu gemacht? An jeder Ecke tauchen die neuen Faschisten auf. Der Turbokapitalismus zerstört die Gesellschaft von innen, die Angst isst die Seelen der Menschen. Dabei laufen weder vor meinem Fenster Haufen unregistrierter böser Flüchtlinge herum, noch geht die Demokratie im Extremismus unter. Lafontaine sagt: AfD wählen ist ein Aufstand gegen den Neoliberalismus. Andere sagen: Wer AfD wählt, ist Rassist. Aber das sind zwei Ebenen, auf denen man das Problem betrachten kann. Man muss eben gegen den Rassismus und zugleich gegen das neoliberale Unwesen etwas tun. Nur das eine oder das andere hilft nicht.

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Abgeordnete im Europaparlament: Die Zeit zu handeln ist jetzt!

Friday, April 17th, 2015

Flüchtlingen in Seenot helfen – Fluchtwege öffnen – Fluchtursachen bekämpfen

16.04.2015 – Wieder sind Hunderte Menschen im Mittelmeer zu Tode gekommen. Zeit, die Volksvertreter zum Handeln aufzufordern. Wir haben einen Brief an die Abgeordneten des Europaparlaments aus Baden-Württemberg geschrieben.

Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter des Europäischen Parlaments,

wieder sind im Mittelmeer 400 Menschen in Not ertrunken. Immer schneller steigt die Zahl der umgekommenen Flüchtlinge. Das Mittelmeer wird zum Massengrab für Tausende. Das ist ein unglaublicher Skandal und gereicht der Europäischen Union zur Schande vor aller Welt.
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Mord als Staatsraison – Patrice Lumumba

Wednesday, January 21st, 2015

“Seitdem Lumumba tot ist, hört er auf, eine Person zu sein. Er wird zu ganz Afrika.” – Jean-Paul Sartre

Foto

Patrice Lumumba

Am 30. Juni 1960 erlangte die belgische Kolonie Kongo die Unabhängigkeit. Am 17. Januar 1961 wurde der kongolesische Politiker Patrice Lumumba ermordet. Lumumba war einer der jungen afrikanischen Politiker, die den Kontinent am Ende des Kolonialismus in eine unabhängige Zukunft führen wollten. Hinter der bestialischen Ermordung standen die belgische Regierung und die westliche Wertegemeinschaft. Allein zwischen 1961 und 1973 starben sechs afrikanische Führer bei Mordanschlägen, die von westlichen Diensten initiiert und unterstützt wurden.

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Das Märchen von der Schlange, dem Pferd und der Spinne

Friday, March 29th, 2013

Feudale Verhältnisse, die 99 und das eine Prozent

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Gute Literatur bleibt aktuell, sie macht sich, wenn sie einmal geschrieben ist, auf dem Weg durch die Zeit. Am 21. März ist Chinua Achebe gestorben, der große nigerianische Schriftsteller. Achebe hat 2002 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen bekommen. Achebe schrieb in der Erfahrung von Tradition und Entkolonialisierung, europäisch und afrikanisch gebildet, aber immer unabhängig und widerständig. Beim Stöbern in meinen Büchern habe ich den Essay-Band “Ein Bild von Afrika” gefunden, der leider vergriffen ist. Die Texte des Buches befassen sich mit dem kolonialen Blick des Westens auf Afrika und die afrikanische Literatur. Achebes Denkweisen und Methoden eröffnen jedoch interessante Sichten auch auf unsere eigene Gesellschaft und deren aktuelle Entwicklung. (more…)

“Rufus, mein Freund, sag mir, was suchen wir eigentlich?”

Monday, March 11th, 2013

TitelbildIn Helon Habilas Roman “Öl auf Wasser” suchen Zaq und Rufus eine entführte Frau und den Entführer. Vor allem suchen sie die Geschichte dahinter und ihre höhere Bedeutung.

Der Tagesverbrauch der Welt an Erdöl war 2012 ca. 90 Millionen Barrel. Dies sind mehr als 14.250.000.000 Liter. 2,5 Millionen Barrel davon werden täglich in Nigeria gefördert. Öl schwimmt auf Wasser wegen seiner geringeren Dichte. Öl löst sich nicht in Wasser, weil Öl im Gegensatz zu Wasser aus unpolaren Molekülen besteht.

Im Nigerdelta wird seit über 50 Jahren Erdöl gefördert. In dieser Zeit wurde die natürliche Umwelt und der Lebensraum der Menschen in unvorstellbarem Ausmaß zerstört. Gleichzeitig haben die Ölkonzerne und die nigerianischen Eliten gigantische Gewinne gemacht. Helon Habila hat dazu einen Umwelt-Thriller ohne moralischen Zeigefinger geschrieben. (more…)